21.05.2009
Japanische Wirtschaft schrumpft mit 50-Jahres-Rekord Feiertagszusammenfassung
Frankfurt/Tokio (AP) Die Wirtschaftsleistung in Japan ist mit dem höchsten Tempo seit mehr als 50 Jahren geschrumpft. Das japanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im ersten Quartal 2009 um 4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück und lag damit noch 0,2 Prozent schlechter als in Deutschland, wo das BIP in den ersten drei Monaten um 3,8 Prozent absackte. In Taiwan brach das Sozialprodukt im ersten Quartal sogar um 10,2 Prozent ein.AktienpreiseStock pricesName Letzte KursYAHOONEWSGLOBALS.financeQuotesURL = 'http://de.api.news.yahoo.com/modules/common/finance_quotes_json.php?tickers=a%3A1%3A%7Bi%3A0%3Bs%3A2%3A%22GS%22%3B%7D&_rnd=sTaCUA84u5a1&_ts=1242900587&_sig=ExH2KQN84AIwNfT_xOVIcMm2tiU-';Die extrem vom Export abhängige japanische Wirtschaft schrumpfte bereits das vierte Quartal in Folge. Zuletzt sank das BIP von Oktober bis Dezember im Jahresvergleich um 14,4 Prozent. Auf das Jahr hochgerechnet ergab sich ein Einbruch um 15,2 Prozent, der stärkste Verlust seit Beginn der Erfassung des BIP 1955.Ministerpräsident Taro Aso bezeichnete die Lage als sehr ernst. Analysten zeigten allerdings auch schon wieder Hoffnung. Tetsufumi Yamakawa, Chefökonom für Japan bei Goldman Sachs, sagte ein positives Wirtschaftswachstum schon für das laufende Vierteljahr voraus. Im dritten Quartal ist nach seiner Einschätzung sogar ein Plus von 3 Prozent zu erwarten.In Europa verbreiten Konjunkturexperten derweil skeptischen Optimismus. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht den freien Fall der Volkswirtschaften als beendet an. Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter warnte allerdings vor übertriebenen Hoffnungen auf schnelle Erholung.Die EZB erkenne eine Verlangsamung des wirtschaftlichen Abschwungs, sagte deren Chefvolkswirt Jürgen Stark der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Der Tiefpunkt sei möglicherweise schon erreicht. Die Wirtschaft werde im weiteren Verlauf des Jahres zwar möglicherweise noch schrumpfen, aber viel moderater als zuvor.Neue Anzeichen für eine Erholung in der Eurozone gab es am Donnerstag: Der Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe und die Dienstleistungsbranche verbesserte sich im Mai auf das Niveau vor der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers, nach der die Wirtschaftsleistung weltweit dramatisch einbrach. Die Zahlen weckten Hoffnungen, dass das BIP in der Eurozone gegen Ende des Jahres wieder wachsen könnte.Keine Rückkehr zu bisherigem ProduktionsniveauDeutsche-Bank-Chefvolkswirt Walter mahnte indessen zu zurückhaltender Betrachtung. Zwar gebe es Indizien, dass ein Ende des steilen Konjunkturabsturzes anstehe. Eine schnelle Rückkehr zu den vor der Krise üblichen Produktionsniveaus sei aber nicht zu erwarten. Wahrscheinlicher sei eine Bodenbildung der wirtschaftlichen Aktivität und eine anschließende Besserung der Konjunktur.Chefvolkswirte deutscher Banken korrigierten unterdessen ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum nach unten. Wie «Börse Online» berichtete, rechnen 31 der von dem Magazin befragten Ökonomen damit, dass die Wirtschaft in Deutschland 2009 um 4,9 Prozent schrumpfen wird. Vor vier Wochen sei noch ein Minus von 4,5 Prozent erwartet worden.© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved
Erzeugerpreise sinken so stark wie seit 1987 nicht mehr Feiertagsusammenfassung
Wiesbaden (AP) Deutlich geringere Kosten für Energie und Produktionsgüter wie Stahl, Bauelemente und Futtermittel haben die Erzeugerpreise im April so stark sinken lassen wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, lagen die Preise um 2,7 Prozent niedriger als im April 2008. Einen stärkeren Preisrückgang habe es letztmalig im Juni 1987 mit minus 3 Prozent gegeben. Die Index der Erzeugerpreise gilt als ein Frühindikator für die künftige Entwicklung der Lebenshaltungskosten in Deutschland. Im März waren die Erzeugerpreise erstmals seit fünf Jahren wieder rückläufig gewesen, und zwar um 0,5 Prozent im Jahresvergleich. Gegenüber März 2009 sank der Index nun um 1,4 Prozent.Den höchsten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate hatten den Statistikern zufolge die «Vorleistungsgüter», deren Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,3 Prozent zurückgingen. Dabei handelt es sich um solche Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden. Als Beispiele nannte die Behörde etwa Walzstahl mit einem Rückgang von 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.Ähnliche Preiseinbrüche gab es bei Nicht-Eisen-Metallen (minus 21,9 Prozent). Auch Getreidemehl war mit einem Rückgang von 30,5 Prozent deutlich billiger als im April 2008, Futtermittel für Nutztiere lagen um 21,3 Prozent unter Vorjahresniveau. Dagegen waren Düngemittel um 24,4 Prozent teurer als im April 2008.Seit langem wieder rückläufige Energie-ErzeugerpreiseRückläufige Preise verzeichnete das Statistikamt zum ersten Mal seit mehr als zweieinhalb Jahren bei den Erzeugerpreisen für Energie. Diese lagen erstmals seit Oktober 2007 wieder unter dem Niveau des Vorjahres (minus 4,4 Prozent). Einen stärkeren Preisrückgang gab es zuletzt im September 2002 mit einem Minus von 6,3 Prozent. Gegenüber dem Vormonat sanken die Energiepreise um durchschnittlich 4 Prozent, obwohl die Preise für Mineralölerzeugnisse im April 2009 wieder stiegen (plus 4 Prozent gegenüber März 2009). Mineralölprodukte waren jedoch noch deutlich billiger als im April 2008 (minus 23 Prozent).Während die Preise für Erdgas im März 2009 noch um 30 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen hatten, waren sie im April nur noch 2,7 Prozent höher als im April 2008. Gegenüber März 2009 hatte Erdgas im Durchschnitt mit 15,9 Prozent einen besonders hohen Preisrückgang zu verzeichnen. Dies ist die höchste monatliche Veränderungsrate seit Oktober 1986. Ursache hierfür sind in erster Linie die seit Herbst 2008 deutlich gefallenen Ölpreise.Hoher Anteil der EnergiekostenDie Preise für Strom ohne Berücksichtigung der Netznutzungsentgelte lagen im April 2009 insgesamt um 2,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau, stiegen aber gegenüber März 2009 um 2,4 Prozent. Während die Preise für die Abgabe an regionale Stromverteiler um 9 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen, mussten Haushalte 5,6 Prozent mehr bezahlen als im April 2008.Die Preise für Verbrauchsgüter sanken gegenüber April 2008 um durchschnittlich 1,1 Prozent. Nahrungsmittel waren bei den Erzeugern insgesamt um 3,1 Prozent billiger als im Vorjahr. Besonders starke Rückgänge waren im Vorjahresvergleich für Milch und Milcherzeugnisse zu verzeichnen (minus 13,3 Prozent). Die Preise für Teigwaren stiegen hingegen im Jahresvergleich um 7,5 Prozent). Fleisch war um 1,8 Prozent teurer als im Vorjahr, Backwaren um 2,8 Prozent.http://www.destatis.de/© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved

